Chinchillas, wie ich dazu kam und was mich an ihnen fasziniert

 

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Meinen ersten Chinchilla habe 1991 aus einer Zoohandlung erworben, nach dem ich dieses Nagetier bei meiner Schwester kennen gelernt hatte.

Zu dem Tier kaufte ich einen riesigen Käfig mit Zubehör (Sitzbretter, Heuraufe, Wasserflasche, Schlafhaus und Sandbad), ein für mich damals kompetentes Buch über Chinchillas, Futter ( Chin-Pellets, Aufbaufutter, Heu ) und Badesand.

Den Käfig bauten wir zu Hause auf, räumten alles ein und setzten das Tier, welches ich mittlerweile Charlie getauft hatte, hinein und überließ es erst mal sich selbst.

Ich fütterte sie jeden Abend und gönnte ihr regelmäßigen Auslauf, wobei ich aber stark darauf achten musste das sie ja nichts an- oder gar auffrisst, was für sie schädlich sein kann.

Sie wurde durch Gabe von Leckereien wie Hagebutten und Haferkissen recht schnell zahm und ich war überglücklich mit dem Besitz dieses Tierchens.

Leider kam sie eines Tages durch eine Dummheit beim Freilauf tragisch ums Leben :O(. Wir hatten damals eine Couchgarnitur aus Schaumstoff und mit dem Sessel konnte man sehr gut kippeln was ihr an dem Abend zum Verhängnis wurde. Beim Auslauf geriet sie unter besagten Sessel - ohne das jemand dies bemerkte - und als ich das tat (mir fiel auf, das sie gar nicht mehr um unsere Beine flitzte), war es leider zu spät.

Wir vergruben sie in unserem Garten und um meine Trauer zu verkürzen hatte ich den Wunsch geäußert schnellstmöglich ein neues Chinchilla zu bekommen. Ich glaube, es war auch gleich am nächsten Tag, als wir erneut zu der Zoohandlung fuhren, in der ich schon Charlie gekauft hatte und nach einem anderen Tier fragte.

In der Zeit als Charlie lebte hatte ich mir das Buch über Chinchillas mehr als einmal durchgelesen, weshalb mir auch der Gedanke kam, diesmal gleich ein Pärchen zu nehmen. Erstens sollten Chinchillas nicht alleine gehalten werden da sie von Natur aus Gruppentiere sind und zweitens reizte mich der Gedanke an Nachwuchs mit diesen wuscheligen, weichen „Flummies“ (Kosewort für Chinchilla, welches ich gerne verwende).

Jedenfalls nahm ich diesmal ein Pärchen, die ich auf den Namen Krümel (Sie) und Karlchen (Ihn) taufte und beim Auslauf dringend darauf achtete, das nicht wieder so ein Missgeschick passiert, wie es bei Charlie geschah.

Wir hatten damals unser Schlafzimmer neu renoviert und ich weiß heute noch, das wir sie zu der Zeit laufen ließen weil der Raum leer stand und sie sich nach Herzens Lust austoben konnten und dieses Fiepen untereinander zur Verständigung war so was von niedlich - herrlich.

Tja, ein paar Monate später bekam ich einen ganz schönen Schreck weil ich morgens Fellbüschel (und die nicht zu wenig) im Käfig gut verteilt sah und ich damit nichts anfangen konnte. Also Telefonhörer in die Hand und die Zoohandlung angerufen um zu fragen, welche Bedeutung dies hat und man kann es kaum glauben, was die mir weiß machen wollten. Da erzählte die Inhaberin mir doch, das sie annehme, dass das Weibchen schwanger ist (wo sie auch nicht ganz verkehrt lag) und versuchte ein Nest zu bauen und ich den Quatsch auch erst glaubte !

Nach einige Tagen warten und Nichterscheinen der Babys habe ich es einfach abgetan und dachte, dass die beiden sich gestritten haben müssen, was ja mal vorkommen kann und ich heute auch definitiv weiß :-)).

Nach einiger Zeit war dann auch der erste Nachwuchs da, von dem ich recht überrascht war, weil ich nicht wusste ob Krümel tragend ist oder nicht. Man kann die Babys, wenn man ein wenig Erfahrung hat mit den Chinchillas, nach ca. 6-8 Wochen nach dem Deckakt (den man mitbekommen kann da sich diese Prozedur in den späten Abendstunden bis tief in die Nacht hinein vollzieht) erfühlen und diese Erfahrung hatte ich ja damals noch nicht.

Der Lütte war ein Bock und wurde auf den Namen Stöpsel getauft den ich bis zu einem 3/4 Jahr bei seinen Eltern ließ.

In der Zwischenzeit reizten mich die Farben, die in dem Chinchilla Buch vereinzelt standen, immer mehr und war von Wilson Weiß besonders angetan und fragte erneut in der Zoohandlung nach genau diesem Farbschlag. Ich sollte mich auf ein 1/2 Jahr Wartezeit und einem Kaufpreis von 300 DM einstellen und war ein bisschen geplättet. Als sich nach eine 1/4 Jahr sich nichts tat, kaufte ich einen Tier-Anzeiger in dem ich einige Chinchillas entdeckte.

Nach einigem hin- und hertelefonieren, fuhren wir Richtung Laatzen zu einer Frau die den ganzen Balkon mit Züchterkäfigen voll stehen hatte und ich weiß nicht mehr wie viele Chinis sie dort beherbergte.

Ich fragte nach Farbigen worauf sie dann zwei hervorholte, die abzugeben wären. Es war ein Black Velvet Weibchen und ein Beige Bock und ich fand sie beide so klasse, das ich mich nicht entscheiden konnte. Nach kurzem schnacken mit meinem damaligen Verlobten (heute mein Mann) und dieser Frau, machte sie mir einen guten Preis wenn ich beide nehmen würde und schon waren sie "eingepackt" :-). Die beiden heißen, bzw. hießen Kringel und Gismo. Gismo lebt heute kastriert mit zwei Weibchen zusammen und Kringel ist gestorben, die Gründe dafür weiß ich bis heute nicht (ich weiß nur noch, das sie meiner Meinung nach voller Wasser war, jedenfalls sah der Körper danach aus, so aufgeschwemmt wie sie war, und in der Tierklinik konnten sie mir nicht helfen ).

Beim Zusammensetzen zu Hause mit Krümel und Karlchen in einem Käfig, ging natürlich der Schuss nach hinten los und da wir keinen zweiten Käfig mehr hatten, musste mein Mann sich ganz schnell was einfallen lassen, da so ein gekaufter Käfig enorm viel Geld kostete.

Mein Mann baute aus einem alten Klamottenschrank einen vorübergehenden Chinchillakäfig und wenn ich heute noch an das Ding denke - vom Aussehen her grauenhaft *grins*. Bei der nächsten Gelegenheit kauften wir einen gebrauchten Käfig aus dem Tier-Anzeiger, welcher mich dann irgendwann mal wieder zu der Frau führte, bei der ich Gizmo und Kringel gekauft hatte.

Ich war ja noch immer auf der Suche nach einem Weißen Tier und diese Frau konnte mir nach etwa 4 Wochen Wartezeit den Wunsch erfüllen. Ich bekam Nelson zusammen mit einem grauen Weibchen, dessen Namen ich heute nicht mehr weiß.

Im Laufe der Zeit kamen noch Blond dazu, Silberschecken, Apricot usw... .Bei der Frau, die die Farben "besorgte" hatte ich einen richtigen Glückstreffer gelandet. Durch sie habe ich Pelzzüchter kennen gelernt, die wiederum andere schöne und vor allem farbige Chinchillas hatten.

Irgendwann war es dann soweit, dass unsere Wohnung wegen der vielen Käfige aus den Nähten platzte und der Lärm den die Chins durch Benagen der Bretter oder Rumhüpfen und gelegentliches Streiten verursachten (unser Schlafzimmer lag gegenüber verbunden mit einer Tür zum Wohnzimmer, in dem die Tiere in den Käfigen lebten) nervig wurde, geschweige der Geruch der durch die Böcke, die ihr Revier markierten, entstand (wie das bei „die Männers so ist“ *grins*).

Mein Schwiegervater bot mir dann einen Raum an der vorher als Wäscheraum zur Verfügung stand und die Wäsche dort schlecht trocknete. Ich machte mir wegen der Feuchtigkeit damals keine Gedanken und war nur froh einen separaten Raum zu bekommen, in dem meine Chins ihre Ruhe hatten und wir unsere, auch ohne uns von den Tieren trennen zu müssen. Im übrigen ist es bei der hohen Anzahl und Beherbergung von damals drei Katzen und einem Hund für die Chins das Beste, wenn sie Ruhe bekommen was sich wiederum positiv auf den Nachwuchs bemerkbar macht.

Wegen ständiger Unzufriedenheit mit meinen damaligen Käfigen (große, kleine, mit kleiner oder großer Tür, Kotschubladen zum Rausziehen oder Abheben des schweren Käfigoberteils), beschloss ich, mir mehrere gleich große Behausungen zuzulegen und informierte mich in der Chinchilla-Post nach einer Firma, die mir zu einem vernünftigen Preis und nach meinen Vorstellungen welche bauen sollte.

Mich rief dann auch jemand an, dem ich meine Maße durch gab, Vorstellung zur Türöffnung (die groß genug sein sollte das ich ohne Probleme reinfassen kann, ohne die Tiere minutenlang herumzuscheuchen, bis ich das gewünschte Tier habe, wie z.B. bei Krankheitsbehandlung oder Nachwuchs) und Zubehör der Käfige.

Ich verkaufte nach und nach meine alten verschieden großen Volieren und Käfige und finanzierte mir damit mehr oder weniger die "Zuchtanlage" die übersichtlicher ist und prima zum Großziehen der Babys geeignet ist, da ich sämtliche Bretter (die mein Mann selbst baut) und die Hütte nach Bedarf entfernen kann.

Heute ist es eine kleine stattliche Hobbyzucht in sämtlichen Farbschlägen und in den derzeit über 10 Jahren habe ich positive wie auch negative Erfahrungen gemacht, die Krankheiten, Aufzucht, Futter und weiß der Kuckuck betreffen, und auch heute lerne ich gut und gerne noch dazu.

Dies war nu eine kleine Einführung wie ich zu meinen heutigen Chinchillas kam und wer Fragen hat, der möge sich unverbindlich bei mir melden und sofern es mir möglich ist versuche ich zu helfen.

Allen Liebhabern dieser geselligen Freunde weiterhin viel Freude und auf das die Chinis lange leben :O).

 

Copyright by Rebecca Schmidt ã

 

E-Mail : rebecca@chinchillazucht.com

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